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MUSS DER MANN WEG?

Darf man als deutscher Staatsbürger, der obendrein auch noch gerne Christ ist, einen amtierenden, frei gewählten amerikanischen Präsidenten kritisieren und ihn eine narzisstisch gestörte Persönlichkeit nennen? Ja. Sicher. Im Grunde genommen muss man das sogar. Denn was Herr Trump von sich gibt, entbehrt so vieler christlicher Werte, dass die wenigen, die er verteren mag, dadurch bei weitem nicht aufgewogen werden. Wo ist sein Respekt, seine Liebe und Achtung zum Nächsten, seine Demut? Wo sein tiefer Wunsch, dem Wort Gottes gemäß zu leben? Würde er am Jakobusbrief gemessen werden, nun, ich bin sicher, das Urteil wäre eindeutig. Aber ich sagte ja schon. Frei gewählt. So müssen sich also auch die fragen lassen, die diesen eigenartigen Mann zu dem gemacht haben, was er heute ist. Amerikanischer Präsident und damit ziemlich mächtig. 

 

Madeleine Albright, weit über 80 und ehemalige US-Außenministerin, nannte ihn "den undemokratischsten Präsidenten" und forderte den Aufstand der Anständigen. Gegen diesen Präsidenten, der das Ansehen der Vereinigten Staaten innen und außen so gefährlich herabsetzt. Barack Obama meinte jetzt auf dem Parteitag der Demokraten: "Ich hatte gehofft - im Interesse unseres Landes -, dass Donald Trump (...) das Gewicht dieses Amtes spüren und etwas Ehrfurcht vor der Demokratie entdecken würde, die ihm anvertraut wurde. Aber er hat es nie getan." Nun, das sind ja alles nur Demokraten und damit Player aus dem gegnerischen politischen Lager, könnte man meinen, die selbst nichts anderes im Sinn haben, als sich die Macht zu sichern. Wäre da nicht der bemerkenswerte Fakt, dass immer mehr Republikaner sich von ihrem Präsidenten abwenden und dazu aufrufen, Joe Biden zu wählen - als einzigen Ausweg aus dieser Misere.

 

Muss er also weg, dieser Mann? Nein, denke ich, wenn erneut die Mehrheit der Amerikaner ihn weiterhin an der Spitze der Vereinigten Staaten sehen will. Egal, was Kritiker denken oder sagen. Ja, meine ich, wenn seine Performance weiterhin von rassistischen, sexistischen und anders diskriminierenden Äußerungen geprägt bleibt, wenn seine Achtung vor dem Gegenüber nicht rapide zunimmt und wenn ihm auch in Zukunft nichts anderes einfällt, als unbequemen Fragen ignorant aus dem Weg zu gehen. Wie kürzlich der eines Journalisten, der ihn im Briefing im Weißen Haus fragte: "Mr. President, bereuen Sie eigentlich all die Lügen, die Sie von sich gegeben haben?" Und dann war er plötzlich weg, der Präsident. Frage doof, Briefing abgebrochen - wie kann ein Journalist aber sowas auch nur fragen...

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Hans-Georg Wünch (Samstag, 22 August 2020 16:17)

    Danke für den guten Kommentar. Was ich vor allem nicht verstehe ist, dass es Christen gibt, die diesen Mann fast schon als Messias sehen. Und die dadurch u.a. den Begriff „evangelikal“ so verbrannt haben, dass man ihn nicht mehr verwenden kann.

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