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Der Hunger war schon da

Es ist weit mehr als zehn Jahre her, dass ich Mama Mickey Nompilo kennen lernte. Das erste Mal traf ich sie in einem Gottesdienst in Khayelitsha, einem der größten Townships Südafrikas, gleich neben Kapstadt. Über eine Millionen Menschen leben dort. Und dann traf ich sie regelmäßig. Immer, wenn ich alleine oder mit Gruppen am Westkap war, besuchte ich die Gemeinde, predigte dort und - und das war mir am wichtigsten - pflegte die Beziehung zu meinen Freunden. Irgendwann lud mich die Gemeinde ein, ein "Leadership-Seminar" für sie durchzuführen, Mama Nompilo war dabei und hat mich tief beeindruckt. Ohne Zweifel habe ich mehr von ihr gelernt, als sie von mir. Am Ende jedenfalls hatte sie eine Vision: Sie war sicher, Gott gäbe ihr den Auftrag, sich um die Menschen in ihrer Community zu kümmern. Gleich um die Ecke ihrer bescheidenen Hütte nämlich war ein Hospital, in dem HIV-positive Patienten zwar Medikamente bekamen, diese dann aber oft auf nüchternen Magen einnahmen. Sie hatten nichts zu essen und die starken Mittel setzten ihnen hart zu. Seit dem schafft die alte Dame unermüdlich, ich ziehe meinen Hut.

 

Es ist mein Glück, dass der Kontakt nie abbrach, und das ist schon eine kleine Besonderheit, bedenkt man, wie häufig dort Mobiltelefone "verloren gehen", auf denen alle Kontaktdaten gespeichert sind. Aber wir haben uns immer wieder gefunden. Bei jeder neuen Gruppenreise, die ich ins wunderschöne Südafrika führe, steht ein Besuch bei Mama Nompilo und der Suppenküche Yiza Ekhaya auf dem Programm. Herzerfrischend. Und bewegend. Um die hundert Mahlzeiten hatte sie mit ihren Freundinnen und Freunden täglich auf den Weg gebracht. Für HIV-Patienten. Für Witwen. Für Kinder. Finanziert allein durch ihre eigene Rente, die sie eingebracht hat, durch Lebensmittelspenden von Supermärkten und Geldspenden von Unterstützern. 

 

Mitte März musste ich an sie denken, abends, als ich auf dem Sofa saß und Nachrichten schaute. Ich schrieb ihr eine Nachricht, wie es ihr gehe in dieser Zeit und sie antwortete mir, dass Gott gut ist. Das schreibt sie immer, und ich bin sicher, sie ist zutiefst davon überzeugt, dass das stimmt. Sie säße noch in der Suppenküche, schrieb sie weiter, und koche Bohnen für den nächsten Tag, im Moment kämen um die 500 Menschen und hofften, bei ihr etwas zu Essen zu bekommen. Sie würde wohl auch in der Küche schlafen. Noch am gleichen Abend verschickte ich einige Nachrichten um gemeinsam mit Freunden etwas zu unternehmen. Mit etwa 1.000 Euro kann Mama Nompilo rund 500 Mahlzeiten pro Tag bereitstellen. Einen ganzen Monat lang!

 

Der Hunger war schon immer da. Und fordert uns auf, ihm zu begegnen. Was tun Sie?

 

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