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Zurück am Kap der guten Hoffnung

Manche nennen es leichtsinnig, andere völlig normal. Als einer, der sein Herz nicht in Heidelberg, sondern in Kapstadt verloren hat und regelmäßig Gruppen- und Kulturreisen dorthin anbietet, will ich natürlich wissen, wie es dort im Moment ist. Auch wenn dieser geschäftliche Bezug schon Grund genug wäre, die Lage zu checken, gibt es doch reichlich mehr Gründe für mich, jetzt hier zu sein. Seit zwei Jahren habe ich viele Freunde nicht gesehen, war nicht in den Townships, besonders nicht bei Mama Nompilo in Yiza Ekhaya, der Suppenküche, die ich seit einiger Zeit mit einigen Freunden unterstütze. Und dann ist da noch die journalistische Neugier. Was beschäftigt die Menschen am Kap? Wie leben sie mit und trotz Corona – und Omikron? Wie schützen sie sich, was wünschen sie sich, was brauchen sie?

 

Also machte ich mich auf den Weg, Direktflug mit Lufthansa von Frankfurt, alles sehr solide und zuverlässig, großer, beherzter und dennoch ruhiger Fokus auf den nötigen Hygienemaßnahmen. Das Boarding und Deboarding sehr diszipliniert, der Flieger nur halbvoll, die Einreiseprozedur aufgrund der wenigen Gäste zügig und souverän. Ich sollte zu Kabine 6 gehen, um mich „abfertigen“ zu lassen und wurde von einem Kirchenlied-singenden-Mitarbeiter begrüßt. Was für ein schönes Detail. Im Airport tragen die Menschen Masken, bei der Autovermietung wird selbst die Kreditkarte desinfiziert, bevor ich sie zurückbekomme, bei meiner Fahrt in und durch die Stadt sehe ich überall Hinweisschilder mit der typisch südafrikanisch-freundlichen Bitte, aufeinander achtzugeben und sich impfen zu lassen. Im Restaurant „The Dunes“ in Hout Bay wird unser Tisch desinfiziert, wie selbstverständlich trägt unsere Bedienung Maske, die Speisekarte gibt’s über einen QR-Code, also kontaktlos. Der Check in im Guesthouse „de Molen“ in Sommerset West läuft nach gleichem Muster. Maske, Abstand, Hygiene. Um mich herum nur wenig Menschen – die Gäste bleiben aus, entweder, weil es keine Flüge gibt oder weil die Nachrichten sie so verunsichert haben, dass sie es vorzogen, ihre Reise zu stornieren. Für beides habe ich Verständnis, wenn auch in unterschiedlichem Maß. Aber ich verstehe auch die Menschen hier, deren Existenz oft am seidenen Faden hängt, und die die gleichen Sorgen treibt wie uns in Europa. Diesen Menschen will und werde ich begegnen, werde hingehen, hinhören, hinschauen. Und dabei so unvoreingenommen und vorsichtig sein, wie es sich gehört.

 

 

Ich bin wieder zurück am Kap der guten Hoffnung, nach zwei Jahren, endlich. Es fühlt sich gut an, richtig irgendwie, und doch weiß ich auch: es liegen noch knapp drei Wochen Recherche vor mir.

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Kommentare: 2
  • #1

    Alexander Bischoff (Montag, 06 Dezember 2021 11:27)

    Ich kann es gut nachvollziehen, habe gute freunde vor allem in Pietermarisburg und Umland und liebe dieses Land und die Kultur und die vielen Möglichkeiten dort. Bin gespannt auf deine Regere dort

  • #2

    Petra (Montag, 06 Dezember 2021)

    Vielen lieben Dank für diese Eindrücke. Werde es weiter mit Spannung verfolgen. Vermisse Südafrika!

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