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Corona positiv. Und andere Gefahren

Seit fünf Tagen bin ich jetzt in Südafrika. Ich war in einer großangelegten Polizeikontrolle in den Winelands, aber mich hat es nicht erwischt. Wohl auch deshalb, weil ich tatsächlich nicht zu schnell war. Hier können jederzeit und überall Menschen einfach mal so auf und über die Straße gehen. Ich habe eine drastische Situation vor Augen, in der ein alter Mann zu Tode kam. Der LKW-Fahrer hatte ihn zu spät gesehen und konnte nicht mehr bremsen. Schreckliche Erinnerung. Hier muss man wirklich aufpassen. Vorgestern kam ich an einer Unfallstelle vorbei. Es hatte einen Wagen über die Leitplanke in die Böschung katapultiert und die Hilfskräfte waren dabei, das wirklich übel aussehende Wrack zu bergen. Ich betete für die Insassen, von denen ich im Vorbeifahren nichts sehen konnte. Ich hoffe, es geht ihnen gut.

 

Dann kam ich in diesen wunderbaren Park, das Buffelsdrift Game Reserve in Oudtshoorn, und wurde fürstlich vom Manager empfange. Wir kennen uns schon seit Jahren und er hat sich aufrichtig gefreut, mich zu sehen. Vielleicht auch deshalb, weil ich der einzige Check in an diesem Tag war. Dem gegenüber stehen mehr als 40 Stornos. „Die Menschen haben große Angst“, sagt Andries mir, „und sagen ihre Reisen ab. Wir werden wohl wieder eine herausfordernde Saison vor uns haben.“ Derweil denke ich an einen Freund, den ich bei meiner Anreise in Kapstadt besucht und mit ihm gegessen habe. Zwei Tage später ruft er mich an und sagt mir, einer seiner Kollegen sei positiv auf Corona getestet worden, er selbst müsse jetzt zu einem Test. Kurz darauf erklärt er mir, alles sei gut, negativ, aber es gehe ihm wirklich nicht gut. Er sei sehr müde und müsse schlafen. Also bleibt er den Tag über im Bett. Was er mir erst vor kurzem als völligen „No Go“ erklärt hatte. Auch Tage später liegt er flach und bleibt beharrlich bei der Aussage: es ist nichts weiter als ein Schnupfen. Ich bin da etwas unsicher und froh, einige hundert Kilometer entfernt zu sein.

 

Und dann kommt die Nachricht von einem anderen Freund, aus Deutschland diesmal, auch ihm geht es nicht gut, na klar, müde, Schnupfen, völlig erschöpft. Sein PCR-Test war positiv. Es entsteht ein intensives Gespräch über das Für und Wider von Impfungen und ein weiteres Mal komme ich an die Grenzen dessen, was ich nachvollziehen oder verstehen kann. Hoffentlich geht es ihm und den anderen infizierten um ihn herum bald wieder gut.

 

Ich war mir bewusst, dass es ein Restrisiko für mich gibt, unterwegs zu sein. Zwar bin ich drei Mal geimpft, aber 100 Prozent Sicherheit gibt es ja nicht. Übrigens: so oft, wie mir in den letzten Tagen die Temperatur gemessen wurde, war und bin ich sehr dankbar für den Erfinder der digitalen Messmöglichkeiten. Ich kann mich an Zeiten erinnern, da wurde Fieber noch anders gemessen.

 

 

Heute geht es also weiter. Somerset West und Oudtshoorn liegen hinter mir, ich fahre nach George, und werde dort die nächsten Nächte bleiben. Und wieder werden mir Menschen begegnen, die ihre Meinung zu Corona haben, die einen werden geimpft sein, die anderen nicht. Manche positiv, andere negativ getestet. Genesene und solche, die mit der ganzen Sache nichts zu tun haben wollen. Ich werde weiterhin wachsam und vorsichtig sein. Mein Schnell-Test eben war übrigens negativ.

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