· 

Tränen für Frieden

Es war schon ein wenig ein komisches Gefühl, als ich und die kleine Reisegruppe, die gerade mit mir in Südafrika unterwegs ist, gerade an dem Tag um einen negativen PCR-Test rang, als Herr Putin die Ukraine angriff. Grundlos, wenn man der Einschätzung vieler Länder folgt, mit gutem Recht, wenn man der Auffassung des Mannes folgt, der den Krieg angezettelt hat. Ich finde es bemerkenswert: Trump findet das genial, Xi kann keine Invasion erkennen, Erdogan hält sich erst mal bedeckt und Orban ist zwar für die Rechte der Ukraine, aber keinesfalls gegen den feigen, hinterhältigen und menschenverachtenden Angriff des Herrn Putin. Und damit dieser nicht im eigenen Land auch noch Probleme mit den Menschen bekommt, hat er ziemlich schnell klar gestellt, wie die Strafen dafür aussehen, wenn ein Russe auf die Straße geht, um zu Demonstrieren. Das tut er wohl auch deshalb, weil er Angst hat vor dem eigenen Volk. Angst vor den mündigen russischen Frauen und Männern, die ihre Stimme erheben werden. Angst vor denen, die sich nicht den Mund verbieten lassen, Angst, weil er weiß: die Revolution, die von innen kommt, wird ihn stürzen. Früher oder später wird das russische Volk seinem teuflischen Treiben ein Ende machen. 

 

An Tag vier des russischen Krieges gegen die Ukraine sitze ich nun in Südafrika, in Clarens, Freestate, um präzise zu sein. Clarens ist ein kleines verträumtes Dorf auf 1891 Meter über dem Meeresspiegel und umgeben von noch höheren Bergen. Wer durch die vielfach nicht asphaltierten Straßen schlendert und den durch Sturzregen entstandenen Pfützen ausweicht könnte meinen, hier in einer Blase zu sein, in einem eigenen, geschlossenen Universum. An einem Ort, der vom Rest der Welt abgeschnitten ist, den der Rest der Welt nicht so richtig interessiert. Nun, ruhig und besonnen sind sie, die Menschen hier, zweifellos. Herzlich, gastfreundlich und liebenswert auch. Aber einfältig sind sie sicher nicht. Ignorant sowieso nicht. Man darf nicht vergessen, das Südafrika eine Geschichte hat. 

 

Und so sitze ich hier in einer kleinen Methodistenkirche zum Gottesdienst. Nach der sehr freundlichen Begrüßung und einigen Liedern eröffnet der Prediger eine Zeit, in der Gebetsanliegen ausgetauscht werden. Ich höre von Kitty, die ihren Mann durch Suizid verloren hat, von Ethel, die überfallen wurde und vom Glück einer alten Dame, die gerade das erste Mal Großmutter geworden ist. Dann erhebt ein Gemeindeglied die Stimme und sagt: "Lasst und nicht vergessen und aufhören, für die Menschen in der Ukraine zu beten! Lasst uns diesen Krieg und dieser Hoffnungslosigkeit in unseren Gebeten entgegentreten!" Mir schießen die Tränen in die Augen und ich bin froh über die Maske, die ich tragen muss, gibt sie doch ein klein wenig Schutz in meinem emotionalen Aufruhr. Ich bin bewegt über die Anteilnahme der Menschen hier. Und dankbar.

 

Ich bin froh, hier zu sein und freu mich, einer weiteren Reisegruppe dieses großartige Land zeigen zu können und sie mit Menschen in Berührung zu bringen, die sich sehr um die Anliegen anderer kümmern. im Kleinen. Und im Großen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

KONTAKT: 

Detlef Eigenbrodt, M.A.

Steinpfad 7, 74821 Mosbach

Telefon +49 (0) 6261 670 625

Mobil +49 (0) 172 628 46 26

Eigenbrodt@MyJabulani.com

www.MyJabulani.com

 

Ust-IdNr.: DE 26 50 73 501

Volksbank eG Mosbach   |   BIC: GENODE61MOS   |   IBAN: DE44 6746 0041 0002 9054 26